Ahnenforschung - Wie fängt man an? - Teil 1

Wie man von den Knospen zu den Wurzeln kommt

Wie funktioniert das eigentlich - Ahnenforschung? Was muss ich da machen, wie gehe ich vor? Wo finde ich Informationen und was mache ich damit? - All das sind Fragen, die am Beginn der großen Suche stehen. Auch ich habe nicht so recht gewusst, wie ich am besten vorgehen soll.

Da ich blind in die Problematik eingestiegen bin, habe ich natürlich am Anfang viele Fehler gemacht und einige Rückschläge einstecken müssen.

Aus diesem Grund habe ich hier einmal ein paar grundlegende Punkte zusammengestellt, die dem einen oder anderen hoffentlich eine Hilfe sein können. Wie bei allem gilt: Im Zweifel einfach fragen, ich gebe gerne Auskunft!

Teil 1: Vorüberlegungen

Bevor auch nur die ersten Daten gesammelt oder erfasst werden, gilt es, einige äußerst wichtige Punkte zu klären und sich im Vorfeld über einige Dinge klar zu werden.

Umfang der Daten

Auch wenn ihr eigentlich nur eure direkten Vorfahren finden wollt, nehmt meinen Rat zu Herzen und erfasst auch die Nebenlinien! Das erfordert zwar einiges an Mehrarbeit und alles geht vermeintlich langsamer voran, aber es zahlt sich im Endeffekt aus. Viele Informationen bekommt man nur durch das umfassende Wissen über die Verwandten.

Netiquette

Seid höflich zu anderen Forschern! Viele geben gerne Auskunft, wenn sie nett gefragt werden. Aber ein bitte und ein Danke gehört dazu! Immerhin haben die Forscher auch noch ein Privatleben und viel Zeit, Kraft und Geld in die Forschung investiert. Da ist Höflichkeit durchaus angezeigt. Und damit gleich zum nächsten Punkt:

Achtet die Arbeit Anderer!

Solltet ihr bei euren Recherchen tatsächlich Überschneidungen zu anderen öffentlichen Stammbäumen finden, übernehmt die Daten bitte nicht einfach so! In diesen Daten stecken teilweise jahrelange Recherchen, etliches an Geldern für Archivbesuche, Literatur und Kopien. Bitte respektiert das. Wenn ihr den Ersteller des Stammbaums anschreibt, höflich fragt und tatsächlich zeigen könnt, dass es Überschneidungen gibt, wird es kaum jemanden geben, der euch da nicht hilft. Im Gegenzug freut er sich vielleicht über eine so dazugewonnene Nebenlinie. Abgesehen davon gilt immer der nächste Punkt!

Traue keinen Daten, die Du nicht selber belegen kannst

Im Internet gibt es einen Haufen von Stammbäumen, die andere zusammengestellt haben. Diese sind oft nicht fehlerfrei und teilweise völlig an den Haaren herbeigezogen! Nur weil es vermeintliche Überschneidungen gibt, heißt das noch lange nicht, dass das einfach passt.
Sehr beliebt und immer wieder gefunden sind Stammbäume, die bis zu Karl dem Großen, dem britischen Königshaus oder sogar Jesus (!) gehen. Mein Rat: Finger weg! Damit tut ihr euch keinen Gefallen.

Nichts überstürzen!

Auch wenn es teilweise verlockend ist: Keine neue Generation, ohne gesicherte Grundlage! Ihr werdet an die Punkte kommen, wo ihr das Gefühl habt, dass es nur so flutscht. Leicht nimmt man dann eine Person als gesichert an und arbeitet von dieser aus weiter nach hinten. Oft stellt sich dann durch andere Punkte heraus, dass die Person doch nicht stimmt und die ganze Arbeit umsonst war. Nehmt euch die Zeit, die Vorfahren sind schon so lange tot, da kommt es nicht auf ein Jahr an.

Gründlich arbeiten!

Alle Daten sollten mehrfach mit Quellen belegt sein. Wenn ein Geburts-/Taufdatum bekannt ist und ihr das Sterbedatum sucht, ist oft das Alter in Jahren/Monaten/Wochen/Tagen mit angegeben. Bitte mit dem Geburtsdatum abgleichen! Oftmals handelt es sich nämlich um eine andere Person… Und damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt:

Hans Peter Meier ist nicht gleich Hans Peter Meier!

Früher gab es bei der Namensgebung noch nicht so eine große Varianz wie heute. Die teilweisen drei- oder vierfachen Vornamen suggerieren zwar, dass der Name in Kombination mit dem Nachnamen ziemlich einzigartig ist, aber das ist ein Irrtum. Oft ist es bei Cousins z.B. so, dass sie gleich heißen, weil die Väter als Brüder die Namen aus den Namen ihrer Vorfahren zusammengesetzt haben oder beide des gemeinsamen Großvaters gedenken wollen…

Jeder schrieb, wie er es hörte

In den Kirchenbüchern haben die Pfarrer die Namen der Personen geschrieben, wie sie es hörten. Da die wenigsten der „Klienten“ (von den Gestorbenen mal ganz abgesehen) nicht selber lesen und schreiben konnten, haben diese das auch nicht korrigieren können. Ein Beispiel aus der eigenen Forschung: Wöhleke – Wöhlecke – Wöhlcke – Wöhlke – Wolke – Wohlcke – Wohlk – Wöhlk – Wöhlek – Wöll - alles ein und dieselbe Familie! Aber zu den Eigenarten der Kirchenbücher gebe ich in Teil 2 noch ausführlich Auskunft.

Ordnung in der Forschung

Ordnung ist das halbe Leben

- aber die ganze Forschung! Dokumentiert, was das Zeug hält! Macht euch Ordner für Quellenkopien, Notizen, Darstellungen und alles andere. Wie ihr das sortiert, bleibt euch überlassen, da muss jeder sein System finden. In einem späteren Teil, gerade im Bezug auf die verwendete Software, gehe ich noch einmal ausführlicher darauf ein. Aber wo wir dabei sind:

Quellen dokumentieren!

Jeder Name, jedes Datum, jedes Ereignis hat mindestens eine Quelle. Kopien machen und ordentlich benennen, sonst wisst ihr später nicht mehr, wo ihr die eine oder andere Information her habt.

Fazit aus Teil 1

So übertrieben diese Punkte klingen mögen. Aber sie sind das A und O der Ahnenforschung. Ohne System und das Wissen um Fehlerquellen wird das Ganze nicht funktionieren

Ausblick auf Teil 2

Im nächsten Teil widme ich mich den Quellen für eure Daten, den Umgang damit und was man damit machen kann. Freut Euch darauf! Falls ihr Anmerkungen, Fragen oder Wünsche für den nächsten Teil habt, schreibt es in die Kommentare!

Veröffentlicht von Florian am 21 Feb 2017 • Kommentare:0  • Aufrufe: 31
Schlagworte: Hilfsmittel, Ahnenforschung

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